Ego-Shooter gewaltanregend?
Nach den tragischen Amokläufen von Erfurt (2002), Emsdetten (2006) und Winnenden (2009) stand Counter Strike wie andere Ego-Shooter wieder einmal im Verdacht, Jugendliche und Kinder zur Gewalt anzuregen oder gar zu Wahnsinnstaten wie den beiden Amokläufen zu bringen.
Schon vor den Vorfällen wurde im Jahr 2002 ein Indizierungsantrag für Counter Strike bei der zuständigen Prüfstelle für jugendgefährdende Medien eingereicht. Ein Großteil der Medien hatte damals schnell einen Verursacher für die brutalen Gewalttaten gefunden: die Ego-Shooter, obwohl dies wissenschaftlich nie bewiesen werden konnte. Unbestritten ist, das Spiele wie Half Life, Counter Strike, Wolfenstein etc. nur von Jugendlichen gespielt werden sollten, die das von der BPJM empfohlene Alter auch erreicht haben. Die Bundesprüfstelle lud damals auch Vertreter der führenden Online-Communities von Ego Shootern zum Gespräch ein, um über eine eventuelle Indizierung von Counter Strike und ähnlichen Spielen zu diskutieren. Nach dem Gespräch gab die BPJM bekannt, sie erkenne zwar eine minimale Gefährdung von Jugendlichen bei Counter Strike, da die Aufgaben jedoch auch ohne Waffengewalt gelöst werden können und außerdem der Teamfaktor bei dem Spiel eine wichtige Rolle spiele, würde man Counter Strike nicht indizieren.
Die Prüfstelle forderte allerdings eine Erneuerung des Jugendschutzgesetzes, der Gesetzgeber müsse endlich auf die Entwicklungen reagieren und die Gesetzeslage den Umständen entsprechend anpassen. Im Juni 2002 wurde daraufhin eine Novellierung des Jugendschutzgesetzes beschlossen, die zum 1. April 2003 in Kraft trat. Seitdem ist Half Life mit dem im Lieferumfang enthaltenen Counter Strike Modus ab 16 Jahren erhältlich – in dieser Version ist das Blut getöteter Gegner Gelb. In der Version die ab 18 Jahren erhältlich ist, ist das Blut rot.
Ob diese Maßnahme wirklich so nötig ist, wenn man an die teilweise ungleich brutaleren Filme denkt, die teilweise schon ab 20.15 Uhr im deutschen Fernsehen laufen, ist mehr als fraglich. Die Fans von Ego-Shootern waren jedenfalls glücklich, dass die Games auch weiterhin im Handel erhältlich sind.
